Wenn Selbständigkeit sicherer wird: Smart im Deutschlandfunk

Selbständig arbeiten, unternehmerisch frei bleiben und trotzdem sozial abgesichert sein: Smart verbindet, was für viele zunächst schwer zusammenzupassen scheint. Der Deutschlandfunk hat unser Modell im Wochenendjournal über soziale Unternehmen vorgestellt.

Selbständig arbeiten heißt, eigene Ideen umzusetzen, Projekte zu entwickeln und den eigenen Arbeitsalltag zu gestalten. Es heißt aber oft auch: schwankende Einnahmen, verspätete Rechnungen und die Frage, wie sich die eigene soziale Absicherung dauerhaft finanzieren lässt.

Bei Smart sind wir überzeugt: Selbständigkeit muss nicht bedeuten, mit diesen Unsicherheiten allein zu bleiben.

Unsere Genossenschaft verbindet unternehmerische Freiheit mit sozialer Absicherung. Die Mitglieder akquirieren ihre Aufträge selbst, verhandeln ihre Preise und entscheiden, welche Projekte sie übernehmen. Für die Aufträge, die sie über Smart abwickeln, übernimmt die Genossenschaft die Rolle der Arbeitgeberin. So können Selbständige eigenständig arbeiten und zugleich Zugang zu sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung erhalten.

Wie das funktioniert und was soziale Unternehmen ausmacht, darüber berichtet Anja Nehls im Wochenendjournal des Deutschlandfunks.

Was macht ein Unternehmen sozial?

Soziale Unternehmen wollen wirtschaftlich arbeiten und zugleich einen gesellschaftlichen Nutzen schaffen. Im Radio-Feature geht es neben Smart auch um andere Beispiele, darunter Ecosia, Acker und Kaffeeform. Sie zeigen auf unterschiedliche Weise, wie sich wirtschaftliches Handeln mit sozialen oder ökologischen Zielen verbinden lässt.

Auch Smart gehört zu dieser sozialen Ökonomie. Unsere Genossenschaft setzt dort an, wo die Arbeitswelt für viele Selbständige Lücken lässt: bei der sozialen Absicherung, bei administrativen Aufgaben und bei der Frage, wie sich unternehmerische Freiheit mit mehr Sicherheit verbinden lässt. Für diesen Ansatz ist Smart beim Wettbewerb „Berlins soziale Unternehmen“ mit dem ersten Preis in der Kategorie „Transformation“ ausgezeichnet worden. Wir verstehen das als Würdigung eines Modells, das Arbeitsbedingungen nicht nur für den Einzelnen betrachtet, sondern gemeinsam organisiert.

Eine Genossenschaft für Selbständige

Die Idee zu Smart entstand aus der Erfahrung, wie kompliziert es sein kann, in Deutschland selbständig zu arbeiten. Vieles muss jede und jeder allein organisieren: Verträge, Abrechnungen, Versicherungen und die Absicherung für Zeiten, in denen es beruflich weniger gut läuft.

Die Genossenschaft setzt dem eine gemeinsame Struktur entgegen. Wer Mitglied bei Smart ist, bleibt für die eigene Arbeit verantwortlich und gestaltet das eigene Geschäft. Smart stellt die organisatorische Infrastruktur bereit und beschäftigt die Mitglieder für die Aufträge, die über die Genossenschaft abgewickelt werden.

Inzwischen nutzen mehr als 1.300 Mitglieder aus über 50 Nationen dieses Modell. Sie arbeiten in rund 30 Berufsfeldern: von Bildung und Beratung über Softwareentwicklung und Übersetzung bis zu Projektmanagement, Stadtführungen und kuratorischer Arbeit.

Was sie verbindet, ist nicht ein bestimmter Beruf. Es ist der Wunsch, selbstbestimmt zu arbeiten, ohne dabei auf jede Form gemeinsamer Absicherung verzichten zu müssen.

Mehr Sicherheit, ohne die Selbständigkeit aufzugeben

Im Deutschlandfunk-Beitrag erzählt Anjana Vakil von ihrer Arbeit als Softwareberaterin und Programmiertrainerin. Nach ihrem Umzug aus den USA nach Deutschland lernte sie Smart kennen. Die Genossenschaft erleichtert ihr den Umgang mit den organisatorischen Anforderungen und schafft Zugang zu sozialer Absicherung.

Ein wichtiger Bestandteil des Modells ist der Umgang mit schwankenden Einnahmen. Gemeinsam mit den Mitgliedern plant Smart ein Gehalt, das sich an der jeweiligen Auftragssituation und an bisherigen Einnahmen orientiert. Kurzfristige Schwankungen und verspätete Kundenzahlungen lassen sich dadurch besser auffangen.

Das bedeutet nicht, dass die Genossenschaft dauerhaft fehlende Aufträge ersetzen kann. Das Modell lebt davon, dass die Mitglieder eigene, wirtschaftlich tragfähige Arbeit einbringen. Es kann aber helfen, kurzfristige Durststrecken abzufedern und Risiken anders zu verteilen, als wenn jede Person alles allein tragen muss.

Auch bei anderen Fragen des Lebens kann ein Arbeitsverhältnis einen Unterschied machen. Im Beitrag berichtet Smart, dass Mitglieder über ihre Anstellung bei der Genossenschaft mit unbefristeten Arbeitsverträgen Kredite erhalten und eine Wohnung in Berlin gefunden haben. Soziale Absicherung ist eben nicht nur eine Frage der Versicherungsbeiträge. Sie kann auch den Spielraum vergrößern, das eigene Leben zu gestalten.

Gemeinsam wirtschaften, gemeinsam gestalten

Smart ist eine Genossenschaft. Die Mitglieder sind also nicht nur Nutzerinnen und Nutzer des Modells, sondern zugleich Eigentümerinnen und Eigentümer. Dabei gilt: eine Person, eine Stimme, unabhängig davon, wie viel Umsatz jemand über Smart abwickelt.

Auch eine soziale Idee braucht eine wirtschaftliche Grundlage. Für Aufträge, die über die Genossenschaft laufen, behält Smart eine Gebühr von neun Prozent ein. Damit werden unter anderem Verwaltung, Plattform und die Weiterentwicklung der gemeinsamen Infrastruktur finanziert. Wie sich das im Einzelfall rechnet erklären wir gern in unseren Infosessions und kostenlosen Beratungsgesprächen.

Die Genossenschaft muss also wirtschaftlich arbeiten, um ihre soziale Aufgabe dauerhaft erfüllen zu können. Im Deutschlandfunk-Beitrag wird auch deutlich, dass Smart inzwischen auf eigenen Beinen steht und im Vorjahr die Gewinnschwelle erreicht hat.

Für uns gehört beides zusammen: eine Struktur, die sich selbst trägt, und ein Modell, das Menschen ermöglicht, selbständig zu arbeiten, ohne alle Risiken allein schultern zu müssen.

Reinhören und Smart kennenlernen

Der Deutschlandfunk-Beitrag „Soziale Unternehmen – Wenn Profit nicht alles ist“ stellt verschiedene Ansätze der sozialen Ökonomie vor. Der Beitrag über Smart beginnt ungefähr ab Minute 11:13.

Zum Radiobeitrag im Deutschlandfunk

Du möchtest wissen, ob das Smart-Modell zu deiner Arbeit passt? In unserer Infosession erklären wir, wie die Genossenschaft funktioniert, welche Voraussetzungen es gibt und wie der Einstieg aussieht.

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